Ein Saisonkennzeichen ermöglicht es Fahrzeughaltern in Deutschland, ihr Auto, Motorrad oder Wohnmobil nur während bestimmter Monate im Jahr anzumelden. Die Frage, ob sich ein Saisonkennzeichen lohnt, hängt von mehreren Faktoren ab: Nutzungsdauer, Versicherungskosten und Kfz-Steuer. Wer sein Fahrzeug weniger als zwölf Monate pro Jahr nutzt, kann mit einem Saisonkennzeichen deutlich sparen. In diesem umfassenden Ratgeber erfahren Sie alle wichtigen Details zu Kosten, Voraussetzungen und praktischen Tipps für 2026.
Was ist ein Saisonkennzeichen und wie funktioniert es?
Ein Saisonkennzeichen ist eine spezielle Zulassungsform für Kraftfahrzeuge, die nicht ganzjährig genutzt werden. Das Kennzeichen zeigt am rechten Rand zwei Zahlen, die den Betriebszeitraum kennzeichnen. Die obere Zahl gibt den Anfangsmonat an, die untere den Endmonat der Nutzung. Möglich sind Zeiträume von mindestens zwei bis maximal elf Monaten pro Jahr. Außerhalb des angemeldeten Zeitraums darf das Fahrzeug weder im öffentlichen Verkehr bewegt noch auf öffentlichen Straßen geparkt werden.
Die rechtliche Grundlage bildet die Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV), die seit 1997 Saisonkennzeichen ermöglicht. Im Jahr 2026 nutzen rund 1,8 Millionen Fahrzeughalter in Deutschland diese Zulassungsform, besonders beliebt bei Motorrad-, Cabrio- und Wohnmobilbesitzern. Die Zulassung erfolgt bei der zuständigen Zulassungsstelle und kann online vorbereitet werden. Ein wesentlicher Vorteil: Sie zahlen Kfz-Steuer und Versicherung nur für die angemeldeten Monate, was erhebliche Einsparungen ermöglicht.
Wie viel spart man mit einem Saisonkennzeichen?
Die finanzielle Ersparnis ist der Hauptgrund, warum sich viele Fahrzeughalter für ein Saisonkennzeichen entscheiden. Die tatsächliche Höhe der Einsparung hängt vom gewählten Zeitraum, der Versicherungsklasse und der Kfz-Steuer ab. Bei einem Saisonzeitraum von sechs Monaten können Sie durchschnittlich 30-40% der Jahreskosten sparen. Ein Motorrad mit einer Jahressteuer von 46 Euro und einer Versicherung von 180 Euro würde bei einem Saisonkennzeichen 4-10 (April bis Oktober) etwa 100-120 Euro einsparen.
Die Kfz-Steuer bei einem Saisonkennzeichen wird anteilig berechnet: Sie zahlen nur für die angemeldeten Monate zuzüglich eines Aufschlags von etwa 8-10% gegenüber der reinen Monatsberechnung. Die Versicherung gewährt typischerweise einen Rabatt von 10-30%, da Sie das Fahrzeug nicht ganzjährig nutzen. Wichtig: Während der Stilllegungszeit besteht dennoch ein Ruheversicherungsschutz gegen Diebstahl und Schäden am abgestellten Fahrzeug. Ein Saisonkennzeichen Kosten Rechner hilft bei der individuellen Berechnung Ihrer Ersparnis.
Wann macht ein Saisonkennzeichen wirklich Sinn?
Ein Saisonkennzeichen macht Sinn, wenn Sie Ihr Fahrzeug regelmäßig nur während bestimmter Monate nutzen und die Nutzungspause mindestens zwei bis drei Monate beträgt. Typische Anwendungsfälle sind Motorräder, die in den Wintermonaten stillgelegt werden, Cabrios für die Sommersaison oder Wohnmobile für die Reisezeit. Die Ersparnis wird ab einem Stilllegungszeitraum von vier Monaten besonders spürbar, da dann die eingesparten Kosten die Verwaltungsgebühren deutlich übersteigen.
Besonders lohnend ist ein Saisonkennzeichen für Zweitfahrzeuge, Oldtimer und Freizeitfahrzeuge. Bei einem Motorrad mit einem Saisonzeitraum von März bis Oktober entstehen nur für acht Monate Kosten, was bei einer durchschnittlichen Jahresversicherung von 200 Euro eine Ersparnis von etwa 80 Euro bedeutet. Weniger sinnvoll ist diese Zulassungsform, wenn Sie das Fahrzeug spontan auch außerhalb der Saison nutzen möchten oder keine geeignete private Abstellmöglichkeit haben. Der Verwaltungsaufwand beim jährlichen Wechsel entfällt, da das Saisonkennzeichen automatisch jedes Jahr wieder aktiviert wird.
Kosten für ein Saisonkennzeichen 2026
Die Kosten für ein Saisonkennzeichen setzen sich aus verschiedenen Komponenten zusammen. Bei der Erstanmeldung fallen bei der Zulassungsstelle Gebühren von etwa 40-50 Euro an, wobei regionale Unterschiede möglich sind. Hinzu kommen die Kosten für die Kennzeichenschilder, die zwischen 25-35 Euro liegen. Wenn Sie ein bestehendes Fahrzeug von einem normalen auf ein Saisonkennzeichen umstellen, können zusätzliche Gebühren von 10-15 Euro anfallen.
Die laufenden jährlichen Kosten umfassen die anteilige Kfz-Steuer und die Versicherungsprämie. Ein Motorrad mit 500 ccm und einer Jahressteuer von 46 Euro zahlt bei einem Saisonkennzeichen 4-10 etwa 30 Euro Steuer pro Jahr. Die Versicherungskosten variieren stark nach Fahrzeugtyp und SF-Klasse, liegen aber typischerweise 30-40% unter der Ganzjahresversicherung. Ein wichtiger Aspekt: Die Verwaltungsgebühren für die Zulassungsstelle fallen nur einmalig an, nicht jährlich beim Saisonwechsel, da das Kennzeichen automatisch zum festgelegten Zeitraum gültig wird.
Saisonkennzeichen beantragen: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Um ein Saisonkennzeichen zu beantragen, benötigen Sie zunächst die gleichen Unterlagen wie für eine normale Fahrzeugzulassung. Dazu gehören der Personalausweis oder Reisepass mit Meldebestätigung, die Zulassungsbescheinigung Teil I und II (früher Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief), eine gültige Hauptuntersuchung (HU) sowie die elektronische Versicherungsbestätigung (eVB-Nummer). Bei der Zulassungsstelle geben Sie dann den gewünschten Betriebszeitraum an, der mindestens zwei und maximal elf aufeinanderfolgende Monate umfassen muss.
Der Beantragungsprozess läuft wie folgt ab: Zuerst kontaktieren Sie Ihre Versicherung und teilen den gewünschten Saisonzeitraum mit, um die eVB-Nummer zu erhalten. Viele Zulassungsstellen bieten 2026 eine Online-Terminvereinbarung an, was Wartezeiten reduziert. Bei der persönlichen Vorsprache werden die Unterlagen geprüft, die Gebühren bezahlt und die neuen Kennzeichen ausgegeben. Die Schilder zeigen rechts den Betriebszeitraum, beispielsweise 04 oben und 10 unten für April bis Oktober. Eine Besonderheit: Sie können den Saisonzeitraum jährlich ändern lassen, müssen dafür aber erneut zur Zulassungsstelle und neue Kennzeichen prägen lassen.
Wie sieht ein Saisonkennzeichen aus und was bedeuten die Zahlen?
Ein Saisonkennzeichen unterscheidet sich optisch nur durch ein zusätzliches Feld am rechten Rand von einem normalen Kennzeichen. In diesem rechteckigen Bereich stehen untereinander zwei Zahlen, die jeweils durch einen horizontalen Strich getrennt sind. Die obere Zahl gibt den Beginn der Saison an, die untere das Ende. Ein Kennzeichen mit 03 oben und 10 unten ist beispielsweise von März bis einschließlich Oktober gültig. Diese Zahlen sind deutlich sichtbar und ermöglichen Polizei und Ordnungsamt eine schnelle Kontrolle der Gültigkeit.
Die Gestaltung folgt bundeseinheitlichen Vorgaben der Fahrzeug-Zulassungsverordnung. Die Kennzeichenfelder haben eine Standardgröße, wobei das Saisonfeld etwa 40 mm breit ist. Die Zahlen werden bei der Prägung permanent eingebracht und können nicht verändert werden. Wichtig zu wissen: Das Kennzeichen ist ausschließlich während der angegebenen Monate gültig. Fahren Sie am 1. November mit einem bis 31. Oktober gültigen Saisonkennzeichen, drohen ein Bußgeld von 50 Euro und ein Punkt in Flensburg wegen Fahrens ohne Versicherungsschutz. Die Polizei kann bei Kontrollen sofort erkennen, ob sich das Fahrzeug im gültigen Zeitraum befindet.
Saisonkennzeichen Versicherung: Kosten und Besonderheiten
Die Saisonkennzeichen Versicherung bietet besondere Konditionen, da das Fahrzeug nur während eines begrenzten Zeitraums am Straßenverkehr teilnimmt. Die meisten Versicherer berechnen die Prämie anteilig nach den angemeldeten Monaten, gewähren aber zusätzlich einen Rabatt von 10-30%, da das Schadensrisiko während der Stilllegung deutlich geringer ist. Eine typische Versicherung für ein Saisonkennzeichen 4-10 kostet bei einem Motorrad etwa 60-70% der Jahresprämie, nicht 58% (7/12), was einem zusätzlichen Rabatt von etwa 15% entspricht.
Während der Stilllegungszeit greift automatisch der Ruheversicherungsschutz, der bei den meisten Versicherungen kostenfrei enthalten ist. Dieser deckt Schäden durch Brand, Explosion, Sturm, Hagel, Blitzschlag und Diebstahl ab. Kaskoschäden durch Vandalismus sind teilweise eingeschlossen, abhängig vom gewählten Tarif. Wichtig: Die Versicherung monatlich zu zahlen ist bei Saisonkennzeichen oft teurer als die jährliche Vorauszahlung. Einige Versicherer bieten 2026 flexible Zahlungsmodelle an, bei denen Sie nur während der Saison monatliche Beiträge leisten. Prüfen Sie die Bedingungen für den Ruheversicherungsschutz genau, da diese je nach Anbieter variieren können.
Wie steigt die SF-Klasse bei Saisonkennzeichen?
Die Entwicklung der Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse) bei Saisonkennzeichen folgt besonderen Regeln, die von der Nutzungsdauer abhängen. Grundsätzlich gilt: Damit die SF-Klasse um eine Stufe steigt, muss das Fahrzeug mindestens sechs Monate im Jahr angemeldet sein. Bei einem Saisonzeitraum von weniger als sechs Monaten erfolgt keine Hochstufung, aber auch keine Rückstufung bei Schadensfreiheit. Dies bedeutet, dass die SF-Klasse in diesem Fall konstant bleibt, was langfristig nachteilig sein kann.
Bei einem Saisonzeitraum von sechs Monaten oder mehr wird jedes schadenfreie Jahr vollständig angerechnet, und Sie steigen wie bei einer Ganzjahresversicherung in die nächsthöhere SF-Klasse auf. Ein Motorrad mit einem Saisonkennzeichen 4-10 (sieben Monate) profitiert also vollständig von der jährlichen Hochstufung. Wichtig für die Kalkulation: Wenn Sie ein junges Fahrzeug mit SF-Klasse 1 oder 2 haben und schnell in günstigere Klassen aufsteigen möchten, kann ein Saisonzeitraum unter sechs Monaten langfristig teurer sein, da Sie die Rabatte durch höhere SF-Klassen nicht nutzen können. Informieren Sie sich bei Ihrer Versicherung über die genauen Bedingungen zur SF-Klassen-Entwicklung.
Saisonkennzeichen für Motorräder: Der Klassiker
Das Saisonkennzeichen für Motorräder ist die mit Abstand häufigste Anwendung dieser Zulassungsform in Deutschland. Etwa 65% aller Saisonkennzeichen entfallen 2026 auf Motorräder und Krafträder. Der typische Zeitraum liegt zwischen März/April und Oktober, wobei viele Fahrer die Saison bis Ende Oktober ausdehnen, um die letzten milden Herbsttage zu nutzen. Ein Motorrad mit Saisonkennzeichen 3-10 spart bei einer durchschnittlichen Jahresversicherung von 180 Euro und einer Kfz-Steuer von 46 Euro rund 80-100 Euro pro Jahr.
Die Vorteile für Motorradfahrer liegen auf der Hand: Keine Sorgen um winterliche Straßenverhältnisse, Streusalz oder teure Winterreifen. Das Motorrad kann in der Garage oder unter einer Plane sicher überwintern, während der Ruheversicherungsschutz gegen Diebstahl und Schäden absichert. Viele Fahrer kombinieren das Saisonkennzeichen mit der Winterpause für Wartungsarbeiten, Reifenwechsel oder Restaurierung. Beachten Sie: Auch kurze Probefahrten oder das Bewegen des Motorrads auf öffentlichen Straßen außerhalb der Saison sind verboten und werden mit mindestens 50 Euro Bußgeld geahndet. Für spontane Fahrten im Winter müssten Sie das Fahrzeug komplett neu zulassen.
Saisonkennzeichen für Wohnmobil und Wohnwagen
Das Saisonkennzeichen für Wohnmobile gewinnt zunehmend an Bedeutung, besonders bei Fahrzeugen, die ausschließlich für Urlaubsreisen genutzt werden. Etwa 18% aller Saisonkennzeichen in Deutschland sind 2026 für Wohnmobile und Wohnwagen registriert. Typische Saisonzeiträume liegen zwischen April und Oktober oder Mai und September, je nach persönlichem Reiseverhalten. Bei größeren Wohnmobilen mit hoher Kfz-Steuer und Versicherungskosten kann die jährliche Ersparnis 300-500 Euro erreichen.
Besonderheiten bei Wohnmobilen: Die Kfz-Steuer richtet sich nach dem zulässigen Gesamtgewicht und der Schadstoffklasse, weshalb schwere Fahrzeuge besonders von der anteiligen Berechnung profitieren. Ein Wohnmobil mit 3,5 Tonnen und Euro-5-Norm zahlt ganzjährig etwa 240 Euro Steuer. Mit einem siebenmonatigen Saisonkennzeichen reduziert sich dieser Betrag auf etwa 150-160 Euro. Die Versicherung gewährt oft höhere Rabatte als bei Motorrädern, da Wohnmobile statistisch weniger Schäden verursachen. Wichtig: Während der Stilllegung darf das Wohnmobil nicht auf öffentlichen Straßen oder Parkplätzen stehen. Sie benötigen einen privaten Stellplatz, ein gemietetes Grundstück oder einen Winterabstellplatz auf einem Campingplatz.
Außerhalb der Saison fahren: Regeln und Konsequenzen
Das Fahren außerhalb der Saison mit einem Saisonkennzeichen ist grundsätzlich verboten und wird als Verstoß gegen die Versicherungspflicht gewertet. Wer mit einem abgelaufenen Saisonkennzeichen am Straßenverkehr teilnimmt, riskiert ein Bußgeld von mindestens 50 Euro und einen Punkt in Flensburg. Bei einem Unfall drohen massive finanzielle Konsequenzen, da kein Versicherungsschutz besteht. Sie haften persönlich für alle Schäden, was bei Personenschäden schnell sechsstellige Beträge erreichen kann.
Es gibt jedoch eine Ausnahme: Die direkte Fahrt zur Zulassungsstelle, Werkstatt oder Hauptuntersuchung ist unmittelbar vor Saisonbeginn oder nach Saisonende unter bestimmten Bedingungen möglich. Sie benötigen dafür eine Bestätigung der Zulassungsstelle oder einen Termin bei der Prüfstelle. Diese Toleranz gilt nur für den direkten Weg ohne Umwege. Auch das Abstellen des Fahrzeugs auf öffentlichen Straßen außerhalb der Saison ist untersagt und kostet 40 Euro Verwarngeld. Das Fahrzeug muss auf privatem Grund stehen. Wer regelmäßig außerhalb der festgelegten Monate fahren möchte, sollte ein normales Kennzeichen oder Wechselkennzeichen in Betracht ziehen.
Saisonkennzeichen für E-Fahrzeuge und Oldtimer
Bei Elektrofahrzeugen mit Saisonkennzeichen ergeben sich besondere Vorteile durch die bestehende Kfz-Steuerbefreiung. Reine Elektroautos sind bis Ende 2030 von der Kfz-Steuer befreit, sodass bei einem Saisonkennzeichen nur die Versicherungskosten relevant sind. Die Ersparnis liegt hier ausschließlich in der reduzierten Versicherungsprämie, die bei einem siebenmonatigen Zeitraum etwa 35-40% der Jahreskosten einsparen kann. E-Motorräder und E-Roller profitieren ebenfalls von dieser Regelung und kombinieren Steuerfreiheit mit reduzierten Versicherungskosten.
Oldtimer mit H-Kennzeichen können ebenfalls ein Saisonkennzeichen beantragen, was besonders für Liebhaberfahrzeuge sinnvoll ist, die nur bei schönem Wetter bewegt werden. Die pauschale Kfz-Steuer von 191,73 Euro für Pkw-Oldtimer wird anteilig berechnet, wobei der Saisonaufschlag hinzukommt. Ein Oldtimer mit einem Saisonzeitraum 4-10 zahlt etwa 120-130 Euro Steuer statt 191,73 Euro ganzjährig. Die Oldtimer-Versicherung ist oft ohnehin günstig, sodass die Ersparnis moderater ausfällt als bei modernen Fahrzeugen. Vorteil: Der Oldtimer ist während der Wintermonate geschützt untergestellt und vor Witterungseinflüssen sicher. Beachten Sie, dass auch bei Oldtimern das Fahren außerhalb der Saison strikt verboten ist.
Saisonkennzeichen verlängern oder ändern
Ein bestehendes Saisonkennzeichen zu verlängern oder den Zeitraum zu ändern, erfordert einen neuen Behördengang. Das Saisonkennzeichen selbst muss nicht jährlich erneuert werden – es ist unbefristet gültig und aktiviert sich automatisch jedes Jahr im festgelegten Zeitraum. Wenn Sie jedoch den Nutzungszeitraum ändern möchten, etwa von 4-10 auf 3-11, müssen Sie neue Kennzeichen prägen lassen und diese bei der Zulassungsstelle anmelden. Die Kosten dafür liegen bei etwa 30-40 Euro für Verwaltungsgebühren und Kennzeichenschilder.
Der Prozess zur Änderung läuft folgendermaßen ab: Sie vereinbaren einen Termin bei der Zulassungsstelle, bringen die bisherigen Kennzeichen, die Zulassungsbescheinigung Teil I und eine neue eVB-Nummer Ihrer Versicherung mit dem geänderten Zeitraum mit. Die alten Schilder werden entwertet, die neuen ausgegeben. Wichtig: Die Änderung ist nur zu Beginn einer neuen Saison oder während des bestehenden Zeitraums möglich. Außerhalb der Saison ist das Fahrzeug abgemeldet, und Sie müssten es technisch neu anmelden. Viele Fahrzeughalter überlegen die Verlängerung des Saisonzeitraums, wenn sich das Nutzungsverhalten ändert oder mildere Winter mehr Fahrtage ermöglichen.
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Antworten auf Ihre Fragen zu lohnt sich ein saisonkennzeichen
Wie viel spart man sich mit einem Saisonkennzeichen?
Die Ersparnis hängt vom gewählten Zeitraum ab. Bei einem siebenmonatigen Saisonkennzeichen (z.B. April bis Oktober) sparen Sie typischerweise 30-40% der Jahreskosten für Versicherung und Kfz-Steuer. Ein Motorrad mit 180 Euro Jahresversicherung und 46 Euro Kfz-Steuer spart etwa 80-100 Euro pro Jahr. Bei Wohnmobilen mit höherer Steuer und Versicherung können jährlich 300-500 Euro eingespart werden. Die genaue Ersparnis berechnen Sie am besten mit einem Saisonkennzeichen-Kosten-Rechner Ihrer Versicherung.
Wie hoch ist die Kfz-Steuer bei einem Saisonkennzeichen?
Die Kfz-Steuer wird bei einem Saisonkennzeichen anteilig für die angemeldeten Monate berechnet, zuzüglich eines Aufschlags von etwa 8-10% gegenüber der reinen Monatsberechnung. Ein Motorrad mit 46 Euro Jahressteuer zahlt bei einem Saisonzeitraum von sieben Monaten etwa 30 Euro statt der vollen Jahressteuer. Bei Pkw richtet sich die Steuer nach Hubraum und CO₂-Ausstoß, wobei die Berechnung identisch erfolgt. Elektrofahrzeuge sind bis 2030 generell von der Kfz-Steuer befreit, auch mit Saisonkennzeichen.
Wann macht ein Saisonkennzeichen Sinn?
Ein Saisonkennzeichen ist sinnvoll, wenn Sie Ihr Fahrzeug regelmäßig nur während bestimmter Monate nutzen und mindestens vier Monate Stillstand einplanen. Typische Fälle sind Motorräder im Winter, Cabrios außerhalb der Sommermonate oder Wohnmobile, die nur für Urlaubsreisen genutzt werden. Voraussetzung ist ein privater Abstellplatz für die Stilllegungszeit. Ab vier Monaten Nichtnutzung übersteigen die Einsparungen die Verwaltungskosten deutlich. Weniger geeignet ist es für spontane Ganzjahresnutzung oder wenn keine private Unterstellmöglichkeit besteht.
Wie steigt die SF-Klasse bei Saisonkennzeichen?
Die Schadenfreiheitsklasse steigt bei einem Saisonkennzeichen nur, wenn das Fahrzeug mindestens sechs Monate pro Jahr angemeldet ist. Bei einem Zeitraum von sechs Monaten oder mehr wird jedes schadenfreie Jahr vollständig angerechnet, und Sie steigen wie bei einer Ganzjahresversicherung in die nächsthöhere SF-Klasse auf. Bei weniger als sechs Monaten Anmeldung bleibt die SF-Klasse konstant – es erfolgt weder eine Hoch- noch eine Rückstufung. Dies sollten Sie bei der Wahl des Saisonzeitraums berücksichtigen, besonders in den ersten Jahren mit niedrigen SF-Klassen.
Darf man mit einem Saisonkennzeichen außerhalb der Saison fahren?
Nein, das Fahren außerhalb des auf dem Kennzeichen angegebenen Zeitraums ist verboten und wird als Verstoß gegen die Versicherungspflicht geahndet. Es drohen mindestens 50 Euro Bußgeld und ein Punkt in Flensburg. Bei einem Unfall besteht kein Versicherungsschutz, und Sie haften persönlich für alle Schäden. Eine Ausnahme gilt nur für die direkte Fahrt zur Zulassungsstelle, Werkstatt oder Hauptuntersuchung unmittelbar vor oder nach der Saison mit entsprechender Bestätigung. Auch das Parken auf öffentlichen Straßen außerhalb der Saison ist untersagt.
Was kostet die Beantragung eines Saisonkennzeichens 2026?
Die einmaligen Kosten für ein Saisonkennzeichen setzen sich aus Verwaltungsgebühren (40-50 Euro) und Kennzeichenschildern (25-35 Euro) zusammen, insgesamt etwa 65-85 Euro bei Erstanmeldung. Die Umstellung eines bestehenden Fahrzeugs kostet zusätzlich 10-15 Euro. Diese Gebühren fallen nur einmalig an, nicht jährlich beim Saisonwechsel. Die laufenden Kosten umfassen die anteilige Kfz-Steuer und Versicherungsprämie für die angemeldeten Monate. Bei einer Änderung des Saisonzeitraums entstehen erneut Kosten für neue Schilder und Verwaltung.
| Aspekt | Details | Vorteil |
|---|---|---|
| Ersparnis | 30-40% bei 7 Monaten Nutzung | 80-500 Euro jährlich je nach Fahrzeugtyp |
| Mindestlaufzeit | 2 Monate, maximal 11 Monate | Flexible Anpassung an Nutzungsverhalten |
| Kfz-Steuer | Anteilig + ca. 8-10% Aufschlag | Nur für angemeldete Monate zahlen |
| Versicherung | Rabatt von 10-30% auf anteilige Prämie | Ruheversicherungsschutz inklusive |
| SF-Klasse | Hochstufung ab 6 Monaten Anmeldung | Voller Rabattschutz wie Ganzjahresversicherung |
| Typische Nutzung | Motorrad, Cabrio, Wohnmobil, Oldtimer | Schutz vor Winterschäden und Verschleiß |
| Verwaltung | Einmalige Anmeldung, automatische Aktivierung | Kein jährlicher Behördengang erforderlich |


