Ein Oldtimer-Gutachten kostet in Deutschland zwischen 150 und 800 Euro, abhängig von Gutachtenart, Prüforganisation und Fahrzeugtyp. Während ein Kurzgutachten für das H-Kennzeichen bei DEKRA, TÜV oder GTÜ etwa 150 bis 250 Euro kostet, verlangen ausführliche Wertgutachten für Versicherungen zwischen 400 und 800 Euro. Diese Investition lohnt sich: Ein professionelles Gutachten sichert optimalen Versicherungsschutz und dokumentiert den Fahrzeugwert rechtsverbindlich.
Verschiedene Arten von Oldtimer-Gutachten und ihre Einsatzbereiche
Die Kosten eines Oldtimer-Gutachtens hängen maßgeblich von der gewählten Gutachtenart ab. Jede Variante erfüllt spezifische Anforderungen und wird für unterschiedliche Zwecke benötigt. In Deutschland haben sich sechs Haupttypen etabliert, die sich in Umfang, Detailtiefe und Preisgestaltung deutlich unterscheiden. Die Wahl des richtigen Gutachtens entscheidet über die spätere Verwendbarkeit und den finanziellen Aufwand.
Bevor Sie ein Oldtimer-Gutachten beauftragen, sollten Sie den genauen Verwendungszweck klären. Ein H-Kennzeichen erfordert andere Nachweise als eine Versicherungspolice für Liebhaberfahrzeuge. Die Prüforganisationen DEKRA, TÜV Süd, TÜV Nord und GTÜ bieten 2026 jeweils angepasste Pakete für jeden Bedarf an. Dabei variieren die Preise je nach Fahrzeugkategorie – Motorräder werden anders berechnet als PKW oder historische Nutzfahrzeuge.
Kurzgutachten für das H-Kennzeichen nach §23 StVZO
Das Kurzgutachten nach §23 StVZO ist die kostengünstigste Variante und kostet bei DEKRA 2026 zwischen 150 und 220 Euro, beim TÜV Süd etwa 170 bis 240 Euro und bei der GTÜ circa 160 bis 230 Euro. Dieses Gutachten prüft ausschließlich die Voraussetzungen für die Erteilung eines H-Kennzeichens: Mindestalter von 30 Jahren, historisch korrekter Originalzustand und guter Erhaltungszustand. Der Gutachter dokumentiert Fahrgestellnummer, Erstzulassung, eventuelle Umbauten und den Pflegezustand.
Für Motorräder liegen die Kosten meist 20 bis 30 Euro niedriger als für PKW. Das Kurzgutachten enthält keine detaillierte Wertermittlung und umfasst typischerweise 3 bis 5 Seiten. Die Bearbeitungszeit beträgt 30 bis 60 Minuten vor Ort. Wichtig: Dieses Gutachten reicht nicht für Versicherungen, die einen dokumentierten Wiederbeschaffungswert verlangen. Es dient ausschließlich der Zulassungsstelle als Nachweis für die historische Bedeutung des Fahrzeugs.
Ausführliches Wertgutachten für Versicherungen
Ein ausführliches Wertgutachten kostet zwischen 400 und 800 Euro und ist deutlich umfangreicher als das Kurzgutachten. DEKRA verlangt 2026 für Standard-PKW etwa 450 bis 650 Euro, der TÜV Süd zwischen 480 und 720 Euro, abhängig vom Fahrzeugwert und Marktsegment. Dieses Gutachten dokumentiert den aktuellen Marktwert, den Wiederbeschaffungswert und den Zustand auf 15 bis 25 Seiten mit professionellen Fotografien aus mindestens 20 verschiedenen Perspektiven.
Versicherungen verlangen dieses Gutachten für Oldtimer-Policen mit vereinbartem Wert, um im Schadensfall die Entschädigungssumme festzulegen. Der Sachverständige bewertet Karosserie, Lack, Interieur, Technik und Originalität nach standardisierten Bewertungssystemen. Bei Fahrzeugen mit einem Marktwert über 50.000 Euro erhöhen sich die Gutachtenkosten um 10 bis 15 Prozent. Die Gültigkeit beträgt üblicherweise 2 bis 3 Jahre, danach fordern Versicherer eine Aktualisierung für etwa 250 bis 350 Euro.
Marktwert-Gutachten für Kauf und Verkauf
Das Marktwert-Gutachten ermittelt den aktuellen Verkehrswert eines Oldtimers auf Basis vergleichbarer Marktpreise und kostet zwischen 350 und 600 Euro. Diese Gutachtenform wird häufig vor einem geplanten Verkauf oder zur Absicherung beim Kauf eines hochpreisigen Klassikers beauftragt. Der Sachverständige analysiert aktuelle Verkaufspreise identischer oder vergleichbarer Modelle auf Auktionen, bei Händlern und in Fachmagazinen.
Bei der GTÜ kostet ein Marktwert-Gutachten 2026 durchschnittlich 380 bis 550 Euro, DEKRA liegt bei 400 bis 620 Euro. Der Gutachter berücksichtigt Zustandsnote, Seltenheit, Originalität, Historie und regionale Marktunterschiede. Für Motorrad-Oldtimer reduzieren sich die Kosten auf 300 bis 480 Euro. Das Gutachten dient auch als Verhandlungsgrundlage und schützt vor Fehlkäufen bei unbekannter Fahrzeughistorie oder versteckten Mängeln.
Wiederbeschaffungswert-Gutachten
Ein Wiederbeschaffungswert-Gutachten beziffert die Kosten, um ein gleichwertiges Ersatzfahrzeug zu beschaffen, und ist insbesondere für Versicherungen relevant. Die Kosten liegen bei 420 bis 750 Euro und fallen höher aus als beim Marktwert-Gutachten, da der Sachverständige den Beschaffungsaufwand, regionale Verfügbarkeit und Marktrealitäten detailliert recherchiert. DEKRA berechnet 2026 etwa 480 bis 720 Euro, der TÜV Süd zwischen 450 und 700 Euro.
Dieses Gutachten wird nach Unfallschäden oder Diebstahl zur Schadensregulierung herangezogen. Der Wiederbeschaffungswert liegt oft 10 bis 20 Prozent über dem Marktwert, da er Suchaufwand, Transportkosten und Händlermargen einkalkuliert. Bei seltenen Modellen mit geringer Marktpräsenz können die Unterschiede noch größer ausfallen. Versicherungen akzeptieren nur Gutachten von staatlich anerkannten Sachverständigen oder öffentlich bestellten Gutachtern.
Wiederherstellungswert-Gutachten für Restaurierungsprojekte
Das Wiederherstellungswert-Gutachten dokumentiert die Kosten einer fachgerechten Komplettrestaurierung und kostet zwischen 500 und 900 Euro. Es wird bei stark restaurierungsbedürftigen Fahrzeugen, nach Brandschäden oder für steuerliche Zwecke benötigt. Der Sachverständige kalkuliert Material-, Arbeits- und Beschaffungskosten für alle erforderlichen Instandsetzungsmaßnahmen detailliert durch.
Bei umfangreichen Projekten mit geschätzten Restaurierungskosten über 80.000 Euro erhöhen sich die Gutachtengebühren auf 800 bis 1.200 Euro. Die GTÜ berechnet für Standardfälle etwa 520 bis 850 Euro. Dieses Gutachten unterscheidet zwischen Wiederaufbauwert bei Totalschaden und Wiederherstellungswert bei Teilrestaurierung. Es dient Versicherungen zur Entscheidung über wirtschaftlichen Totalschaden oder als Grundlage für Restaurierungsdarlehen bei Banken.
Bewertungskriterien: Nach diesen Standards wird Ihr Oldtimer begutachtet
Professionelle Oldtimer-Gutachter bewerten Fahrzeuge nach standardisierten Kriterienkatalogen, die deutschlandweit einheitlich angewendet werden. Das gebräuchlichste System teilt Oldtimer in fünf Zustandsnoten ein: Note 1 (makellos/Concours-Zustand), Note 2 (gut), Note 3 (gebrauchsfähig), Note 4 (restaurierungsbedürftig) und Note 5 (restaurierungswürdig). Diese Klassifizierung beeinflusst den ermittelten Wert erheblich – zwischen Note 2 und Note 3 liegen oft 30 bis 50 Prozent Wertdifferenz.
Der Sachverständige prüft systematisch Karosserie, Fahrwerk, Motor, Getriebe, Elektrik, Interieur und Lackierung. Besonderes Augenmerk liegt auf Originalität versus Restaurierung: Fahrzeuge mit nachweislich originalen Komponenten erzielen höhere Bewertungen als solche mit Ersatzteilen oder Umbauten. Matching Numbers bei Motor und Getriebe steigern den Wert um 15 bis 25 Prozent. Die Vollständigkeit der Fahrzeughistorie mit Scheckheft, Rechnungen und Voreigentümer-Nachweis fließt ebenfalls in die Gesamtbewertung ein.
Oldtimer-Gutachten als Grundlage für optimalen Versicherungsschutz
Ein qualifiziertes Wertgutachten ist Voraussetzung für Oldtimer-Versicherungen mit vereinbartem Wert. Diese Policen bieten im Schadensfall deutlich besseren Schutz als normale Kaskoversicherungen, da sie den dokumentierten Wiederbeschaffungswert ohne Abzug von Altersentwertung erstatten. Versicherer wie AXA Classic Car, Allianz Oldtimer, Gothaer oder HDI verlangen bei Fahrzeugwerten ab 20.000 Euro regelmäßig ein aktuelles Sachverständigengutachten.
Die Gutachtenkosten amortisieren sich durch niedrigere Versicherungsprämien: Oldtimer-Policen mit vereinbartem Wert kosten oft nur 40 bis 60 Prozent einer vergleichbaren Standard-Vollkasko. Bei einem Fahrzeugwert von 40.000 Euro sparen Halter jährlich 400 bis 800 Euro an Prämien. Wichtig: Das Gutachten muss von einem staatlich anerkannten Sachverständigen oder öffentlich bestellten Gutachter stammen – Bewertungen von freien Werkstätten oder Händlern akzeptieren Versicherungen nicht.
Kostenübersicht: Was verlangen DEKRA, TÜV und GTÜ 2026
Die Preise für Oldtimer-Gutachten variieren 2026 zwischen den Prüforganisationen moderat. DEKRA positioniert sich im mittleren bis oberen Preissegment, bietet aber deutschlandweit die dichteste Standortabdeckung mit über 400 Prüfstützpunkten. Ein H-Kennzeichen-Gutachten kostet bei DEKRA durchschnittlich 190 Euro, ein Vollgutachten für Versicherungen zwischen 480 und 680 Euro je nach Fahrzeugwert und Aufwand.
Der TÜV Süd verlangt für Kurzgutachten etwa 180 bis 240 Euro, für ausführliche Wertgutachten 450 bis 720 Euro. TÜV Nord liegt preislich ähnlich bei 175 bis 235 Euro (Kurzgutachten) und 460 bis 700 Euro (Vollgutachten). Die GTÜ bietet oft die günstigsten Konditionen mit 160 bis 220 Euro für §23-Gutachten und 380 bis 620 Euro für umfassende Bewertungen. Regionale Preisunterschiede von bis zu 15 Prozent sind üblich – in Ballungsräumen fallen die Kosten tendenziell höher aus.
Zusatzkosten und Sonderleistungen
Neben den Basis-Gutachtengebühren können weitere Kosten anfallen: Anfahrtskosten bei mobilen Begutachtungen liegen zwischen 0,80 und 1,50 Euro pro Kilometer ab Standort der Prüforganisation. Bei größeren Entfernungen lohnt sich oft die Anlieferung des Fahrzeugs zur Prüfstelle. Express-Gutachten mit Fertigstellung innerhalb von 48 Stunden kosten 80 bis 150 Euro Aufschlag.
Fotografische Zusatzdokumentationen mit 40 bis 60 professionellen Aufnahmen schlagen mit 120 bis 200 Euro zu Buche. Gutachten in englischer Sprache für internationale Verkäufe oder Auktionen kosten 150 bis 250 Euro extra. Bei besonders wertvollen Fahrzeugen über 100.000 Euro berechnen Sachverständige oft einen prozentualen Zuschlag von 0,3 bis 0,5 Prozent des ermittelten Wertes. Mehrfahrzeug-Gutachten derselben Sammlung werden meist mit 10 bis 20 Prozent Rabatt ab dem zweiten Fahrzeug angeboten.
Preisunterschiede bei verschiedenen Fahrzeugtypen
Die Gutachtenkosten für Motorräder liegen etwa 20 bis 35 Prozent unter PKW-Preisen. Ein H-Kennzeichen-Gutachten für ein historisches Motorrad kostet bei DEKRA 2026 zwischen 130 und 180 Euro, ein Vollgutachten 320 bis 520 Euro. Für Nutzfahrzeuge, Traktoren oder Busse erhöhen sich die Gebühren um 25 bis 40 Prozent aufgrund des größeren Prüfaufwands.
Sportwagen und exotische Marken verursachen oft höhere Gutachtenkosten, da spezialisierte Sachverständige erforderlich sind. Ein Ferrari- oder Porsche-Gutachten kann 600 bis 950 Euro kosten. Vorkriegsfahrzeuge erfordern besondere historische Expertise und werden mit Aufschlägen von 15 bis 30 Prozent berechnet. Bei Fahrzeugen mit umfangreichen Modifikationen oder Rennhistorie verlängert sich die Begutachtungszeit, was die Kosten um 100 bis 250 Euro erhöhen kann.
Wann sich welches Gutachten lohnt: Praktische Entscheidungshilfe
Für die reine H-Kennzeichen-Zulassung genügt das kostengünstige Kurzgutachten nach §23 StVZO für 150 bis 250 Euro. Diese Investition rentiert sich durch niedrigere Kfz-Steuern von pauschal 191,73 Euro jährlich (PKW) beziehungsweise 46,02 Euro (Motorräder) sowie günstigere Versicherungstarife. Bei einem durchschnittlichen PKW sparen Halter gegenüber Normalbesteuerung etwa 150 bis 400 Euro Steuern pro Jahr.
Ein ausführliches Wertgutachten lohnt sich ab Fahrzeugwerten von etwa 15.000 Euro, wenn eine Oldtimer-Versicherung mit vereinbartem Wert abgeschlossen werden soll. Die Gutachtenkosten von 400 bis 600 Euro amortisieren sich bereits im ersten Jahr durch Prämieneinsparungen. Vor dem Kauf eines Oldtimers über 25.000 Euro sollte grundsätzlich ein unabhängiges Gutachten beauftragt werden – die Investition von 350 bis 600 Euro kann vor Fehlkäufen mit Wertverlusten von mehreren tausend Euro schützen.
So finden Sie den richtigen Gutachter in Ihrer Nähe
Die Suche nach einem qualifizierten Oldtimer-Gutachter in der Nähe erfolgt am besten über die offiziellen Websites von DEKRA, TÜV oder GTÜ. Diese bieten Standortsuchen mit Filterfunktion für Oldtimer-Sachverständige. Alternativ führt der Bundesverband der freiberuflichen und unabhängigen Sachverständigen eine Datenbank mit spezialisierten Oldtimer-Experten nach Postleitzahlengebieten.
Achten Sie auf die Qualifikation des Sachverständigen: Öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige für Kraftfahrzeugbewertung genießen höchste Anerkennung bei Versicherungen und Gerichten. Freie Sachverständige sollten mindestens eine anerkannte Zertifizierung nach DIN EN ISO/IEC 17024 oder eine Ausbildung zum geprüften Kfz-Sachverständigen vorweisen. Markenclubs wie Porsche Club, Mercedes-Benz Classic oder BMW Veteranen Club empfehlen oft spezialisierte Gutachter mit fundierter Markenkenntnis.
10 praktische Tipps zur Wertsteigerung vor dem Gutachten
Eine optimale Vorbereitung steigert den Gutachtenwert erheblich: Erstens sollten Sie das Fahrzeug professionell aufbereiten lassen – eine gründliche Reinigung innen und außen sowie Motorwäsche können die Zustandsnote um eine halbe Stufe verbessern. Zweitens komplettieren Sie die Dokumentation mit allen verfügbaren Unterlagen: Scheckheft, Rechnungen, TÜV-Berichte und Fotos aus verschiedenen Epochen der Fahrzeughistorie belegen lückenlose Pflege.
Drittens beheben Sie offensichtliche Kleinmängel vor dem Termin – defekte Leuchtmittel, abgenutzte Scheibenwischer oder Rostflecken mindern die Bewertung unverhältnismäßig. Viertens dokumentieren Sie besondere Ausstattungsmerkmale und Sonderoptionen mit Originalprospekten oder Ausstattungslisten. Fünftens lassen Sie bei technischen Unsicherheiten vorab eine Fachwerkstatt prüfen – unentdeckte Mängel führen zu schlechteren Bewertungen.
Weitere Wertsteigerungsmaßnahmen
Sechstens sichern Sie die Matching Numbers: Lassen Sie Motor- und Getriebenummern vom Hersteller-Archiv oder Markenclub verifizieren. Siebtens sammeln Sie Nachweise über Originalteile – Prüfzertifikate, Kaufbelege von Erstausrüstern oder Expertisen zu seltenen Komponenten erhöhen die Originalitätsbewertung. Achtens investieren Sie in professionelle Lackdickenmessungen, um Unfallfreiheit zu dokumentieren.
Neuntens erstellen Sie eine lückenlose Besitzerkette mit Zulassungsbescheinigungen aller Vorbesitzer – Fahrzeuge mit wenigen Vorbesitzern und dokumentierter Historie erzielen 10 bis 20 Prozent höhere Bewertungen. Zehntens lassen Sie eventuelle Restaurierungen von renommierten Fachbetrieben mit detaillierten Fotodokumentationen durchführen. Diese Maßnahmen können den ermittelten Fahrzeugwert um 15 bis 30 Prozent steigern und rechtfertigen die Gutachteninvestition mehrfach.
Gültigkeit und Aktualisierung von Oldtimer-Gutachten
Die Gültigkeit eines Oldtimer-Gutachtens ist nicht gesetzlich festgelegt, sondern richtet sich nach den Anforderungen der jeweiligen Institution. Versicherungen akzeptieren Wertgutachten üblicherweise 2 bis 3 Jahre, wobei viele Gesellschaften nach diesem Zeitraum eine Aktualisierung verlangen. Banken für Finanzierungen oder Beleihungen fordern meist Gutachten, die nicht älter als 12 Monate sind.
Eine Gutachten-Aktualisierung kostet bei unverändertem Fahrzeugzustand etwa 50 bis 60 Prozent des ursprünglichen Vollgutachtens, also 250 bis 400 Euro. Bei substanziellen Veränderungen durch Restaurierung oder Wertsteigerung ist ein neues Vollgutachten erforderlich. Nach Unfallreparaturen oder technischen Umbauten verlieren alte Gutachten ihre Gültigkeit vollständig. Tipp: Vereinbaren Sie bei wertvollen Fahrzeugen mit Ihrer Versicherung Wiedervorlagefristen, um rechtzeitig an Aktualisierungen erinnert zu werden.
Steuerliche Absetzbarkeit und rechtliche Aspekte
Die steuerliche Behandlung von Gutachtenkosten hängt von der Nutzungsart ab: Bei gewerblicher Oldtimer-Vermietung oder Handelsaktivitäten sind Gutachten als Betriebsausgaben vollständig absetzbar. Privatpersonen können die Kosten normalerweise nicht steuerlich geltend machen, es sei denn, das Fahrzeug dient nachweislich der Einkommenserzielung etwa durch Vermietung für Hochzeiten oder Filmproduktionen.
Nach Unfällen beauftragter Schadensgutachten werden vom Unfallgegner oder dessen Versicherung erstattet, sofern keine Mithaftung besteht. Bei Rechtsstreitigkeiten über Fahrzeugwerte akzeptieren Gerichte ausschließlich Gutachten von öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen – diese kosten meist 15 bis 25 Prozent mehr als Standardgutachten, sind aber gerichtsverwertbar. Bei Erbschaftsangelegenheiten oder Vermögensaufteilungen sollte ein gerichtsfester Gutachter mit entsprechender Bestellung beauftragt werden.
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Was Sie über was kostet ein oldtimer gutachten wissen sollten
Was kostet ein Oldtimergutachten für ein H-Kennzeichen 2026?
Ein Kurzgutachten nach §23 StVZO für das H-Kennzeichen kostet zwischen 150 und 250 Euro. Bei DEKRA zahlen Sie durchschnittlich 190 Euro, beim TÜV Süd etwa 180 bis 240 Euro und bei der GTÜ circa 160 bis 220 Euro. Für Motorräder liegen die Preise etwa 20 bis 30 Euro niedriger. Das Gutachten prüft ausschließlich die Voraussetzungen für historische Kennzeichen und enthält keine detaillierte Wertermittlung.
Was kostet ein ausführliches Wertgutachten bei DEKRA?
Ein vollständiges Wertgutachten für Versicherungen kostet bei DEKRA 2026 zwischen 480 und 680 Euro für Standard-PKW. Der Preis hängt vom Fahrzeugwert, Marktsegment und Prüfaufwand ab. Bei Fahrzeugen über 50.000 Euro Marktwert erhöhen sich die Kosten um 10 bis 15 Prozent. Das Gutachten umfasst 15 bis 25 Seiten mit professionellen Fotografien und dokumentiert Marktwert, Wiederbeschaffungswert sowie detaillierten Zustandsbericht.
Wie teuer ist ein Oldtimer-Wertgutachten bei GTÜ und TÜV?
Die GTÜ bietet 2026 Wertgutachten zwischen 380 und 620 Euro an und liegt damit oft günstiger als Konkurrenten. Der TÜV Süd verlangt 450 bis 720 Euro, TÜV Nord zwischen 460 und 700 Euro. Motorrad-Gutachten kosten etwa 300 bis 480 Euro. Express-Service mit 48-Stunden-Fertigstellung kostet 80 bis 150 Euro Aufschlag. Mehrfahrzeug-Bewertungen werden ab dem zweiten Fahrzeug mit 10 bis 20 Prozent Rabatt angeboten.
Was kostet ein Oldtimer-Gutachten für ein Motorrad?
Motorrad-Oldtimer-Gutachten kosten etwa 20 bis 35 Prozent weniger als PKW-Bewertungen. Ein H-Kennzeichen-Gutachten liegt zwischen 130 und 180 Euro, ein ausführliches Wertgutachten für Versicherungen kostet 320 bis 520 Euro. Bei seltenen oder wertvollen Maschinen über 30.000 Euro können die Kosten auf 550 bis 680 Euro steigen. DEKRA, TÜV und GTÜ bieten spezialisierte Motorrad-Sachverständige mit fundierter Zweirad-Expertise an.
Wie oft muss ein Oldtimer-Gutachten erneuert werden?
Versicherungen akzeptieren Wertgutachten üblicherweise 2 bis 3 Jahre, danach wird eine Aktualisierung gefordert. Eine Gutachten-Aktualisierung bei unverändertem Zustand kostet 250 bis 400 Euro, etwa 50 bis 60 Prozent des Vollgutachtens. Nach substanziellen Veränderungen, Restaurierungen oder Unfallreparaturen ist ein komplett neues Gutachten erforderlich. Banken verlangen für Finanzierungen meist Gutachten, die nicht älter als 12 Monate sind.
Welche Gutachtenart brauche ich für meine Oldtimer-Versicherung?
Für Oldtimer-Versicherungen mit vereinbartem Wert benötigen Sie ein ausführliches Wertgutachten, das Wiederbeschaffungswert und detaillierten Zustandsbericht dokumentiert. Das einfache H-Kennzeichen-Kurzgutachten reicht dafür nicht aus. Die Kosten von 400 bis 800 Euro amortisieren sich durch 40 bis 60 Prozent niedrigere Versicherungsprämien. Das Gutachten muss von staatlich anerkannten Sachverständigen oder öffentlich bestellten Gutachtern erstellt sein, die Versicherungen akzeptieren keine Händlerbewertungen.
| Gutachtenart | Kosten 2026 | Verwendungszweck |
|---|---|---|
| H-Kennzeichen Kurzgutachten | 150-250 Euro | Zulassung historisches Kennzeichen nach §23 StVZO |
| Ausführliches Wertgutachten | 400-800 Euro | Versicherung mit vereinbartem Wert, Finanzierung |
| Marktwert-Gutachten | 350-600 Euro | Kauf/Verkauf, Verhandlungsgrundlage |
| Wiederbeschaffungswert-Gutachten | 420-750 Euro | Schadensregulierung nach Unfall oder Diebstahl |
| Wiederherstellungswert-Gutachten | 500-900 Euro | Restaurierungsprojekte, Brandschäden, Totalschaden |
| Motorrad-Gutachten | 130-520 Euro | Alle Zwecke, 20-35% günstiger als PKW |


